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Komplexe Bandinstabilität

Spezialist Prof. Siebold

Als komplexe Knieinstabilitäten bezeichnet man die Instabilität des Kniegelenks in mehrere Richtungen, die meist durch entsprechend schwere Unfälle verursacht werden (z. B. Riß des vorderen (VKB) und hinteren Kreuzbandes (HKB) nach Knieverdrehung). Das Fehlen des vorderen Kreuzbandes verursacht zum Beispiel eine vordere Instabilität, das Fehlen des hinteren Kreuzbandes eine hintere, das Fehlen des Innenbandes eine Instabilität am inneren Gelenkspalt usw. Für jede Richtung des Raumes gibt es also eine oder mehrere Haltestrukturen. Um eine derartige multidirektionale Instabilität zu behandeln, müssen oft mehrere Strukturen gleichzeitig repariert (akutes Stadium) oder ersetzt (chronisches Stadium) werden.
Es bedarf es eines erfahrenen Kniespezialisten, um im Einzelnen festzustellen, welche Strukturen zerstört sind. Neben der klinischen Untersuchung sind Röntgen-, MRT (Kernspin) und manchmal auch eine Computertomographie (CT) notwendig.
Erst dann kann nach einer genauen Therapieplanung die operative Stabilisierung angegangen werden. Dazu werden je nach Verletzungsmuster unterschiedliche Bandrekonstruktionen mit unterschiedlichen Sehnentransplantaten durchgeführt, z.B. VKB-Rekonstruktion, HKB-Rekonstruktion, Seitenbänder, etc. Die Operation erfordert sehr viel Erfahrung.
In der Regel ist auch die Nachbehandlung aufwendig und erfordert Geduld, um eine gute Bandheilung zu erzielen.