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Prothesenwechsel

Bei Lockerungen von Oberflächenersätzen aber auch teilweise bei großen Substanzverlusten nach Schlittenprothesen (vor allem älteren Designs) ist ein Ausgleich des Knochendefekts als auch eine festere Verankerung als bei der Erstimplantation notwendig.

Für die Behebung von Defektsituationen kommen im Bereich des Oberschenkelknochens am ehesten corticospongiöse Späne und Blöcke aus dem Beckenkamm bzw. aus der Knochenbank (Spenderknochen) als auch Metallblöcke zur Anwendung. Da diese Knochenblöcke erst einwachsen müssen, bedarf es natürlich für die Verankerung des Oberflächenersatzes einer Verstärkung des Fundaments durch unterschiedlich lange und dicke Schäfte des Oberschenkelknochens, um somit den Defekt auszugleichen. Auch hier muss das Fundament dieser Prothese verstärkt werden, in dem ein Schaft in den Unterschenkelknochen zur Stabilisierung eingebracht wird.
Das Kopplungsprinzip ist anders als beim reinen Oberflächenersatz, wobei ein Polyaethylen mit einem Zapfen in eine entsprechende Konfiguration der Femurkomponente eingelassen wird und somit eine sehr schöne geführte Bewegung mit höherer Stabilität ermöglicht.

Bei der Lockerung von Prothesen oder Aufbrauchung des Polyaethylens kommt es zudem häufig zu Bandinstabilitäten, so dass eine stärkere Führung gewünscht ist. Prothesen des neuesten Designs zeigen noch eine leichte Rotationskomponente der posterioren Stabilisierung, so dass auch hier ein Abrieb in den Rotationsbewegungen die unser Knie durchführt vermieden wird. Ferner gibt es auch so genannte "Hyperflex" Polyaethyleneinsätze, welche eine volle Beugung gestatten.


Revisions-Kniesystem Legion (Smith & Nephew)


Röntgenbild Legion Prothese 3 Tage nach Implantation

Schwerste Defektsituationen nach wiederholter Revision als auch nach schweren Infekten oder Substanzverlusten durch stärksten Polyaethylenabrieb im Bereich des Knochenlagers als auch schwerste Instabilitäten des Bandapparates fordern eine Endoprothetik, die stärker führt und somit die Schwäche des Bandapparates kompensieren kann.

Die Implantate ähneln von der Mechanik her noch den Ursprüngen der Entwicklung als es noch gekoppelte Prothesen gab. Hierdurch ist eine vollkommene Ausdünnung nach schwersten Fehlstellungen stabilisierbar. Der Nachteil der reinen Scharniergelenke ist natürlich der hohe Kraftfluss der Schäfte in den Knochen, die zu Lockerungen führen, vor allem auch durch Rotationsbewegungen, die in einem reinen sagittalen Scharnier kompensiert werden können. Daher ist in der Entwicklung der modernen gekoppelten Prothesen die Rotation mit aufgenommen worden, so dass die bei uns implantieren Prothesen das Design einer gekoppelten Rotationsprothese haben, die hervorragende funktionelle Ergebnisse bei exzellenten Standzeiten liefern.