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Knorpel-Regeneration (ACT)

Eine vielversprechende Methodik zur Behandlung von lokal umschriebenen Knorpeldefekten ist die arthroskopische ACT (Autologe Chondrocyten Transplantation), bei der bei einem ersten operativen Eingriff die körpereigenen Knorpelzellen (Chondrozyten) arthroskopisch entnommen werden. In einem aufwendigen Verfahren werden dann die Knorpelzellen über eine definierte Zeit angezüchtet und 3-dimensionale Kügelchen (Sphäroide) hergestellt, die etwa 200.000 Knorpelzellen enthalten und einen Durchmesser von 0,5-0,7 mm haben (Abb. 1). Diese werden dann in einem zweiten operativen Eingriff in den Knorpeldefekt eingebracht (Abb. 2).
Eine weitere Besonderheit dieses Verfahren ist, dass die Vermehrung der Knorpelzellen und die Herstellung der Sphäroide ausschließlich mit patienteneigenen Blutserum durchgeführt wird. Dadurch werden Fremdreaktionen oder Nebenwirkungen vermieden.

Bei diesem Verfahren sollte im Vorfeld die Kostenübernahme durch den Kostenträger abgeklärt werden.


Abb. 1: Sphäroide zur Implantation bei einem Knorpeldefekt


Abb. 2: Arthroskopisch eingesetzte Chondrosphären in den Knorpeldefekt im Rahmen einer ACT

Rehabilitation
Unter der Bewegungsbehandlung bilden die eingebrachten Knorpelzellen neues qualitativ hochwertiges Knorpelzellgewebe aus. Es verbindet sich mit dem gesunden Knorpel und ist diesem in dessen biomechanischen Eigenschaften sehr ähnlich. Eine passive Bewegung mit Motorschiene (CPM) sollte für mindestens 4-6 Stunden täglich über einen Zeitraum von 4 Wochen durchgeführt werden. Eine komplette Entlastung des operierten Beines erscheint nicht sinnvoll und gestaltet sich beim Hüftgelenk sehr schwierig, da bereits beim Sitzen eine volle Belastung des Gelenkes erreicht wird. Ergometer (Fahrradfahren ohne großen Widerstand) sollte als "Knorpelmassage" regelmäßig durchgeführt werden. Der Patient sollte Sportarten mit Belastung wie z.B. Joggen und Impact-Sport frühestens nach etwa 9-12 Monate durchführen. Es erscheint sinnvoll, Glucosamin und Chondroitinsulfat für die ersten 12 Monate nach der Operation oral zu verabreichen oder direkt in das Hüftgelenk zu injizieren.