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Hüftdysplasie, Fehlstellungen

Der Begriff Hüftdysplasie umschreibt eine Fehlentwicklung des Hüftgelenkes, die angeboren oder entwicklungsbedingt auftreten kann. Vielfach findet sich jedoch die Fehlanlage des Acetabulums (Hüftpfanne) beim Neugeborenen, die den Hüftkopf nicht genügend überdeckt (Abb. 1). Wenn eine verminderte Überdachung des Hüftkopfes vorliegt, kann es durch eine vermehrte Druckbelastung auf die reduzierte Pfannenfläche zu einer vorzeitigen Abnutzung des Gelenkknorpels kommen, die mitunter in jungen Jahren in einen Ersatz des Gelenkes mit einer Endoprothese erfordert. In ganz ausgeprägten Fällen kann auch eine Hüftgelenkluxation vorliegen, bei der sich der Hüftkopf nicht in der Hüftpfanne befindet und über die Jahre hinweg eine Ersatzpfanne am Beckenrand (Sekundärepfanne) bildet.



Abb. 1: Hüftdysplasie mit verminderter Überdachung des Hüftkopfes durch die Hüftpfanne (CE-Winkel 21°)


Liegt eine Hüftdysplasie vor, äußert sich das häufig erst durch belastungsabhängige Schmerzen in dem betroffenen Gelenk, die dann zu einem ersten Arztbesuch führen. Im Frühstadium mit nur geringer Schädigung des Gelenkknorpels gibt es die Möglichkeiten, durch 3-dimensionale Beckenkorrekturen diese Fehlstellung zu korrigieren, um ein Fortschreiten des Verschleißes zu verhindern.

Hier bietet die peri-acetabuläre Beckenosteotomie (PAO) nach Ganz die Möglichkeit, eine Hüftdysplasie zu behandeln. Mit dieser Technik wird das Acetabulum mit dem umgebenen Knochen aus dem Beckenverbund gelöst und in der korrigierten Stellung fixiert, so dass anschließend eine normale bzw. physiologische Überdachung des Hüftkopfes durch die Hüftpfanne erreicht wird (Abb. 2).



Abb. 2: Hüftdysplasie mit einer verminderten Überdachung des Hüftkopfes. Nach peri-acetabulärer Beckenosteotomie (PAO) konnte eine adäquate Überdachung erreicht werden


Bei gleichzeitiger Fehlstellung des Schenkelhalses kann auch dort eine Korrektur vorgenommen werden (z.B. DVO - Derotation-Varisation-Ostetotomie), um eine bestmögliche Stellung des Hüftkopfes in der Pfanne zu ermöglichen. Richtungsweisend bei der Diagnostik sind in aller Regel die Röntgenaufnahmen des Beckens, die vielfach durch eine Kernspintomographie (MRT) der betroffenen Hüfte ergänzt wird.

Die Mobilisation nach dem korrigierenden Beckeneingriff erfolgt in aller Regel mit einer Teilbelastung des betroffenen Gelenkes für mindestens 6-9 Wochen mit einem anschließenden zügigen Belastungsaufbau. Wichtig ist ebenfalls eine Weiterbetreuung durch erfahrene Physiotherapeuten, um ein gutes Ergebnis nach diesem komplexen Eingrigg zu erreichen.