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Knorpel-Chirurgie

Mit zunehmendem Alter nimmt die Qualität des Gelenkknorpels am Hüftgelenk durch degenerative Prozesse ab. Die Beschwerden äußern sich klassischerweise in der Anfangsphase durch belastungsabhängige Schmerzen, die vorwiegend nach längerer Belastung auftreten. In diesem Stadium stehen eine Fülle konservativer Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die u.a. eine ausgewogene Ernährung, spezielle sportliche Aktivitäten und abgestimmte medikamentöse Behandlungen beinhalten. Bei zunehmenden Beschwerden, die die patientenindividuelle Lebensqualität beeinträchtigen (Ruheschmerzen, Nachtschmerzen, etc.), sind weiterführende operative Therapiemaßnahmen indiziert.

Abhängig von der Ausdehnung des Knorpelschadens bieten sich verschiedene operative Behandlungsmöglichkeiten an. Bei tiefen Defekten, die lokalisiert den Gelenkknorpel pfannenseitig oder am Femurkopf betreffen, wird vielfach eine Mikrofrakturierung durchgeführt, bei der geschädigter Knorpel entfernt und der darunter befindliche Knochen eröffnet wird. Die aus dem Knochen austretende Blut und Stammzelle bilden dann im Verlauf einen Ersatzknorpel in dem ehemaligen Defekt, der eine erneute Belastung des Gelenkes ermöglicht. Vielfach werden bei einer Mikrofrakturierung die Defekte mit einer Kollagenmembran gedeckt (AMIC, Matrix Assoziierte Chondroneogenese), die ein Wegschwemmen der eingewanderten Blutzellen und Stammzellen verhindert (Abb. 1).


Abb. 1: AMIC Behandlung eines Knorpeldefektes an der Hüftpfanne (* ChondroGide, die auf dem Defekt aufliegt)

Rehabilitation
Unter der Bewegungsbehandlung bildet sich ein Knorpelregenerat aus. Eine passive Bewegung mit Motorschiene (CPM) sollte für mindestens 4-6 Stunden täglich über einen Zeitraum von 4 Wochen durchgeführt werden. Eine komplette Entlastung des operierten Beines erscheint nicht sinnvoll und gestaltet sich beim Hüftgelenk sehr schwierig, da bereits beim Sitzen eine volle Belastung des Gelenkes erreicht wird. Ergometer (Fahrradfahren ohne großen Widerstand) sollte als "Knorpelmassage" regelmäßig durchgeführt werden. Der Patient sollte Sportarten mit Belastung wie z.B. Joggen und Impact-Sport frühestens nach etwa 9-12 Monate durchführen. Es erscheint sinnvoll, Glucosamin und Chondroitinsulfat für die ersten 12 Monate nach der Operation oral zu verabreichen oder direkt in das Hüftgelenk zu injizieren.