Scroll to top

Top

Femoro-azetabuläres Impingement (FAI)

Beim femoro-azetabulärem Impingement (FAI) handelt es sich um eine Erkrankung des Hüftgelenkes, bei dem es durch ein Anschlagen des Schenkelhalses am Pfannenrand zu Schmerzen kommt. Häufig finden sich knöcherne Anomalien am Übergang vom Femurkopf zum Schenkelhals (Nockenwellen-Impingement, Cam-Impingement) oder an der Gelenkpfanne (Beißzangen- oder Pincer-Impingement). Mögliche Ursachen eines Cam-Impingements können knöcherne Anbauten (Bump) am Kopf-Schenkelhals-Übergang oder fehlverheilte Erkrankungen im Kinder und Jugendalter (z.B. M. Perthes, Epipyseolysis capitis femoris) sein (Abb. 1). Ursachen des Pincer-Impingements können angeboren (z.B. Retroversion der Pfanne, Protrusio acetabuli) oder erworben sein (z.B. degenerative Anbauten) (Abb. 2).


Abb. 1: Typisches Cam-Impingement mit fehlender Konturierung des Kopf-Hals-Überganges


Abb. 2: Typisches Pincer-Impingement mit Retroversion der Pfanne (weiß = vordere Pfannenrand, grau = hinterer Pfannenrand)

In beiden Fällen kommt es zu mechanischen Problem durch ein Anschlagen des Kopf-Hals-Überganges des Schenkelhalses an den vorderen Pfannenrand, der dann sowohl die Gelenklippe (Labrum) als auch im Verlauf den Gelenkknorpel schädigen kann (Abb. 3). Dieses führt in vielen Fällen vorzeitig zu einer Gelenkarthrose.


Abb. 3: Beim Cam-Impingement (A) oder Pincer-Impingement (B) kommt es zu einem Anschlagen des Schenkelhalses an den Pfannenrand

Die betroffenen Patienten geben oft einen Schmerz in der Leiste an, der beispielsweise bei sitzenden Tätigkeiten oder beim Sport (z.B. Hürdenläufer, Volleyball) auftreten kann.
Klassischerweise kommt es bei diesem Erkrankungsbild durch die knöcherne Pathologie zu keiner Besserung durch konservativen Behandlungsmaßnahmen, so dass die betroffenen Patienten vielfach von frustranen krankengymnastischen und physiotherapeutischen Behandlungen berichten.

Bei der Diagnostik eines sogenannten femoro-azetabulären Impingements (FAI) spielt sowohl die klinische als auch die weiterführende Diagnostik eine richtungsweisende Rolle. Auffällig bei den betroffenen Patienten ist, dass vor allem bei Beugung des Hüftgelenkes mit gleichzeitiger Innenrotation und Anspreizen des Beines vermehrt Schmerzen auftreten (vorderer Impingement-Test). Dabei wird der Kopf-Schenkelhals-Übergang an den vorderen Pfannenrand gedrückt. Bei Fehlstellungen in diesem Bereich ist eine volle und ungestörte Bewegung des Hüftgelenkes nicht möglich. Ebenfalls kann man bei dieser Untersuchung Hinweise auf eine mögliche Mitschädigung des Labrums erhalten.
Konventionelle Röntgenbilder des betroffenen Gelenkes geben einen Hinweis auf knöcherne Fehlstellungen. Heutzutage ist die Kernspintomographie (MRT) mit Injektion eines Kontrastmittels in das Gelenk (MR-Arthrographie) eine wichtige Zusatzuntersuchung, die weitere Pathologien und mögliche Folgeschäden vor einer Operation erfassen können, so dass die Art des operativen Eingriffes exakt geplant werden kann.

Bei der Therapie des femoro-azetabulären Impingements stehen überwiegend arthroskopische Therapienverfahren im Vordergrund. Diese ermöglichen mittels 2-4 kleiner Hautschnitte und speziellen Instrumenten, die knöchernen Anbauten zu entfernen, damit das Hüftgelenk in allen 3 Ebenen weiterhin eine volle Bewegung ausüben kann, ohne das es dabei zu mechanischen Problemen und Schmerzen kommt (Abb. 4).


Abb. 4: Arthroskopische Entfernung eines Cam-Impingements mit Neukonturierung des Kopf-Hals-Übergangs

Ausgedehntere, nach dorsal reichende knöcherne Pathologien erfordern teilweise ein minimal-invasives offenes Vorgehen (MIS, Schlüsselloch-Technik), da einige Pathologie nur sehr schwierig mittels eines arthroskopischen Vorgehens behandelt werden können. Einige spezielle Fälle erfordert mitunter eine Luxation des Hüftgelenks, um eine adäquate Behandlung durchzuführen.

Die Dauer des stationären Aufenthaltes richtet sich hierbei nach der Art des operativen Vorgehens und kann von 3-4 Tage bis zu einer Woche dauern. Ebenso richtet sich die Mobilisation und Aktivität nach dem Eingriff nach der Ausdehnung des Eingriffes, so dass jeder Patienten ein individuelles krankengymnastisches und physiotherapeutisches Übungsprogramm für die ambulante Weiterbehandlung erhält.

Arthroskopische Behandlung des femoro-azetabulären Impingements (FAI)
(Quelle: mit freundlicher Genehmigung der Fa. Arthrex Inc.)