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Chirurgie von Fußdeformitäten

Fußgewölbe


Hohlfuss
Das wesentliche Problem des Hohlfußes ist das Einwertsdrehen des Rückfußes, der hohe Spann mit einer Überbelastung der lateralen Fußsäule und folge dessen das Problem, dass die Außenbandstrukturen durch die Fehlstellung instabil werden und der Patient häufig umknickt.
Des Weiteren zeigt sich auf Grund des steilen Einfalls der Mittelfußknochen eine Verkürzung der Streck- und Beugesehnen, so dass 4 Hammerzehenbildung auftreten, die natürlich durch das Freilegen des Metatarsaleköpfchens zu erheblichen Schmerzen unter dem Mittelfußköpfchen mit Schwielenbildung führt.

Der therapeutische Ansatz sieht in erster Linie die korrekte Ausrichtung des Rückfußes vor. Hierbei muss der nach innen gedrehte Rückfuß durch eine Knochendurchtrennung im Bereich des Fersenbeins nach außen geschoben werden. Somit kommt auch der Zug der Achillessehne wieder in die richtige anatomische Form und der Patient tritt vom Rückfuß gesehen nicht mehr auf der Außenkante auf, sondern gerade (plantigrad).

Das zweite ist die zu hohe Einstellung des Fersenbeins. Dies kann mit der Durchtrennung im Fersenbein in einer speziell eigen entwickelten Technik elegant gelöst werden.

Das dritte ist, dass im Bereich des Vorfußes und hierbei besonders im Bereich des 1. Strahls dieser zu steil nach vorne auftritt, so dass zum einen der 1. Mittelfußknochen in seiner Neigung dermaßen verändert wird, dass der Auftritt flacher ist. Des Weiteren muss zusätzlich die lange Strecksehne des 1. Strahls verlegt werden, da häufig auch die Großzehe bei dieser Deformität in einer Hammerzehenstellung steht. Um diese Stellung endgültig zu beseitigen und ein schmerzfreies Abstoßen mit der Großzehe zu ermöglichen, muss das Endglied der Großzehe wieder versteift werden, um somit die nötige Stabilität zu schaffen.
Ferner müssen Strecksehnenverlängerungen teilweise auch auf Grund der starken Verschwielung und Druckbelastung unter den Füßen, Weilosteotomien oder Osteotomien im Bereich der Metatarsalia je nach Ausmaß der Fehlstellung, durchgeführt werden.

Die Nachbehandlung erfolgt auf Grund der Sehnenveränderung und der Sehnenoperation für 6 Wochen in einem Gips, mit dem eine Teilbelastung durchgeführt werden kann. Bei sehr stabiler Situation kann auch ein Vorfußentlastungsschuh angewendet werden.
Da die Veränderung meistens beidseitig ist, müssen die Operationen nacheinander durchgeführt werden. Nachdem die eine Seite verheilt ist sollte nach etwa einem Jahr die operative Versorgung der anderen Seite angegangen werden.
Nach Abschluss der Behandlung ist der Patient in der Regel in der Lage wieder normales Schuhwerk zu tragen, als auch wieder den Fuß gerade aufzusetzen, was besonders beim Barfußlaufen angenehm empfunden wird.

Pes Plano Valgus (Plattfuss)
Unter einem Plattfuß versteht man die Aufhebung des Fußlängsgewölbes.
Meistens ist die Fehlstellung mit einer Vorfußauswärtsdrehung und einer X-Stellung des Rückfußes verbunden.
Im weiteren Verlauf kommt es zur Hallux valgus- und eventuell auch zur Hammerzehenbildung. Ursache für diese Fehlstellung ist sehr häufig eine erbliche Veranlagung, ferner degenerative (entzündliche) Veränderungen von Sehnen und Bändern, die entscheidend für die Aufrichtung des Fußlängsgewölbes sind.
Zudem kann der Plattfuß Folge von fehlverheilten komplizierten Fußbrüchen sein.
Bei vielen Menschen bestehen diese Veränderungen ohne Beschwerden teilweise ein Leben lang. Beim Auftreten von Beschwerden sollte im Anfangsstadium versucht werden diese mit Einlagen zu behandeln. Schwere Fehlstellungen müssen operiert werden, um eine Schmerzfreiheit zu erreichen oder Folgearthrosen an anderen Gelenken zu verhindern.

Aufgrund unterschiedlicher Schweregrade unterscheidet man den

1. Flexibler Plattfuß:
Hierbei lassen sich die Fehlstellungen manuell noch in eine Normalstellung zurückbringen. Diese Veränderungen kann man mit Rückfußkorrekturen, Sehnen- und Bandoperationen noch korrigieren.

2. Fixierter Plattfuß:
Beim fixierten Plattfuß sind die Fehlstellungen nicht mit den oben beschriebenen Methoden korrigierbar zumal häufig deutliche Arthroseveränderungen vorliegen. Es müssen nunmehr Gelenkversteifungen vorgenommen werden, um eine normale Stellung und damit Schmerzfreiheit zu erreichen.