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Seitenbandapparat

Außenbänder

Nach häufigen Umknicktraumen kommt es trotz guter Behandlung in einigen Fällen zum mechanischen Versagen der Außenbändern, so dass das Sprunggelenk nicht entsprechend stabilisiert werden kann und ein ständiges Umknicken auftritt. Dieses ist anfänglich erst bei sportlichen Aktivitäten, kann aber mit Zunahmen der Instabilität beim Gehen auf unebenem Gelände oder ähnlichen Bedingungen auftreten. In dieser Situation ist eine sportliche Aktivität völlig unmöglich.
Durch das häufige Umknicken, welches nicht mehr zu massiven Schwellungen oder massiven Schmerzen führt, kann es natürlich zu einer Schädigung des Gelenkknorpels im oberen Sprunggelenk kommen, so dass eine Rekonstruktion des mechanischen Stabilisatoren erfolgen muss.

Besonders wichtig ist bei der operativen Technik, dass heutzutage anatomische Rekonstruktionen erfolgen.

Die in den 80er Jahren durchgeführten Tenodesen haben gezeigt, dass sie mittelfristig durch die Einschränkung der Bewegung zu Arthrose im Sprunggelenk führen, so dass sie heute praktisch verlassen sind.

Konservative Therapie

Der Außenbandkomplex besteht aus drei Bändern (vorderes, mittleres und hinteres Band). Bei Verletzungen (Verdrehtrauma des oberen Sprunggelenkes) treten zu 98% nur Einband oder Zweibandverletzungen auf. Viele internationale und eigene Studien konnten eindeutig belegen, dass eine operative Behandlung dieser Verletzung keine besseren Ergebnisse im Vergleich zur funktionellen Behandlung erbringt.
Unser Therapiekonzept ist daher eine funktionelle Behandlung mit einer so genannten Orthese (Aircast).

Die Sprunggelenksorthese der Firma Aircast

Diese Orthese limitiert Bewegungen, welche die Bandheilung negativ beeinflusst (z.B. Supination). Die Orthese muss 5 Wochen getragen werden. Der Patient trägt sie im Schuh und kann damit voll belasten (ist also spätestens nach einer Woche arbeitsfähig). Im Anschluss an die Orthesenbehandlung erfolgt ein spezifisches krankengymnastisches Rehabilitationsprogramm.

Bei besonders schweren Verletzungen mit massiver Instabilität erfolgt eine Kernspintomographie, um eine Dreibandverletzungen oder eine Knorpelverletzung auszuschließen. In diesen Fällen empfehlen wir ein operatives Vorgehen.

Die Nachbehandlung erfolgt nach Wundheilung wiederum mit der Orthese gipsfrei, um somit schnellstmöglich die Schäden durch die Operation zu überwinden und eine volle Funktion im Sprunggelenk zu erreichen.

Operative Therapie

Bei frischen Außenbandrupturen besteht auch heutzutage in Expertenkreisen Einigkeit darüber, dass bei einer 3-Bandläsion, d.h. Riss aller 3 Bänder, vor allen Dingen auch des Ligamentum fibulotalare posterior, die Erfolgsaussichten durch eine operative Behandlung einer solch starken Instabilität besser sind.

Eigene Erfahrungen mit schwersten Verdrehtraumen und Außenbandrupturen bei Profisportlern zeigt, dass eine zusätzliche arthroskopische Spülung neben der operativen Versorgung zu einer schnelleren Heilung führt. Zum einen weil der Bluterguss aus dem Gelenk vollständig entfernt wird und zum anderen kann in dieser Untersuchung ohne Probleme das gesamte Gelenk eingesehen werden, um somit einen potentiellen Knorpelschaden zu erkennen und auch zu behandeln.

Die Nachbehandlung nach frischen, operativen Außenbandrupturen entspricht dem der konservativ funktionellen Behandlung eben nach der Wundheilung, die Behandlung in einer Orthese z.B. Aircast-Schiene und gipsfrei. Die weitere Nachbehandlung sieht ab der 5./6. Woche ein Training der Peronealmuskulatur vor, welche immer bei dieser Art der Verletzung leidet, als auch ein propriozeptives Training (Wackelbrett etc.), um wieder eine gute Reaktion der Muskulatur bei Veränderungen der Lage des Gelenkes zu erreichen.

Bei der anatomischen Rekonstruktion gibt es 2 Möglichkeiten:

1. Rekonstruktion nach Carlsson
Bei dieser Operation sind die Bänder in ihrer Struktur noch relativ gut erhalten aber insgesamt gelockert, so dass sie wieder in den Knochen eingezogen werden können. Zusätzlich kann dann nochmals die Gelenkkapsel, die auch durch das ständige Umknicken ausgeweitet ist, wieder gerafft werden.

2. Periostlappenplastik
Bei der zweiten Möglichkeit sind die Gelenkstrukturen durch das ständige Umknicken so reduziert, dass eine Rekonstruktion ortständig nicht möglich ist. Hierbei wird dann zur Wiederherstellung eines neuen Bandes Knochenhaut vom Wadenbein entsprechend präpariert, so dass ein neues Außenband anatomisch rekonstruiert werden kann.
Die Nachbehandlung besteht im Anlegen eines Gipses für 14 Tage. Bei guten stabilen Rekonstruktionen kann danach zu einer Orthese (Aircast oder ähnliches) übergegangen werden.

Innenbänder

In seltenen Fällen kann es zu einer Instabilität im Bereich des so genannten Deltabandes an der Fußinnenseite kommen.
Das Deltaband wird in 2 Schichten - einer Tiefen- und einer Oberflächenschicht - unterteilt. Bei dieser technisch anspruchsvollen Operation müssen die einzelnen Bänder gerafft werden.

Das Hauptproblem der Patienten ist das Gefühl, dass man nach innen wegknickt und Schmerzen im mittleren Anteil des Sprunggelenkes hat. Im Anschluss an die Operation wird eine Gipsbehandlung von 6 Wochen durchgeführt. Danach ein krankengymnastisches Übungsprogramm.
Die Verletzung tritt in erster Linie bei Sportlern im Hochleistungsbereich auf.
In Einzelfällen kann es sich auch mal um die Folgen eines Umknicktraumas handeln.